In ihrem Ursprungsland China ist die Heilkräuter- bzw. Phytotherapie die wichtigste Therapiemethode im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

In Deutschland wird sie erst in den vergangenen 20 Jahren in nennenswertem Umfang zur Anwendung gebracht. Die TCM verfügt über einen sehr reichen Arzneischatz. Heute gibt es ca. 5600 offizinelle, d.h. in das offizielle Arzneibuch der V.R.China aufgenommene, Drogen pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs.

Aus dieser Fülle von Wirkstoffen werden vor allem etwa 300 Heilpflanzen sehr häufig verwendet.

Die chinesische Heilkräutertherapie ist eingebunden in das Theoriegebäude der chinesischen Medizin. Die chinesischen Heilpflanzen sind anders als bei uns charakterisiert durch bestimmte „qualitative“ Merkmale:

  • die Wirkungsrichtung im Körper (hebend, senkend,…)
  • die Temperaturqualität (warm, kalt, …)
  • den Geschmack (süß, salzig, …)
  • die Organbezogenheit (Wirkung eher auf das Herz, Lunge,…)
  • und vor allem durch ihre Stellung bzw. Wichtigkeit in der Rezeptur (Leitarznei, Assistentenarznei, Botenarznei usw.)

Eine Kräutermischung wird immer individuell zusammengestellt und z.T. auch im Laufe der Behandlung verändert und dem veränderten Krankheitsbild angepasst.

Selten verordnen wir auch Fertigarzneien in Form von Kräuterpresslingen. In der Regel jedoch verschreiben wir Kräutermischungen, zu denen sie grundsätzlich eine genaue Kochanweisung von der Apotheke erhalten. Die Zubereitung ist deshalb einfach und unproblematisch.