Ozon (O3) ist ein aus drei Sauerstoffatomen bestehendes Molekül, das sehr reaktionsfreudig ist und innerhalb kurzer Zeit zu Sauerstoff (O2) zerfällt. Es ist ein farbloses Gas, das schwerer als Luft ist. Wegen seiner hochgradig oxidativen Wirkung wird es auch als Aktivsauerstoff bezeichnet.

In der Natur entsteht Ozon u.a. bei einem Gewitter; und zwar bei der Blitzentladung durch den elektrischen Stromfluss zwischen Wolken und Erdboden.

In der Praxis wird Ozon mit Hilfe moderner Geräte aus reinem medizinischen Sauerstoff hergestellt und als Ozon-Sauerstoff-Gemisch für die Ozon-Sauerstoff-Therapie angewendet.

Ozon ist – richtig dosiert und angewendet – ein Heilmittel. In der Medizin wird Ozon innerlich als kleine und große Eigenblutbehandlung (von Laien auch häufig “Blutwäsche” genannt) und äußerlich als Ozon-Beutelbegasung angewendet.

Im Blut reagiert Ozon in verschiedenen chemischen Verbindungen. Es hat eine kräftig durchblutungsfördernde Wirkung, denn durch Ozon werden die roten Blutkörperchen beweglicher und ihre Zellmembranen elastischer, was die Fluidität bzw. die Fließeigenschaften des Blutes deutlich verbessert. Ausserdem erhöht es die Sauerstoffbindungsfähigkeit der roten Blutkörperchen. Der Sauerstofftransport verbessert sich und das Sauerstoffangebot an das Gewebe vergrößert sich.

Das unvorstellbar komplexe und feine Gefäßsystem des menschlichen Körpers würde, wenn man alle Blutgefäße hintereinander legt, eine Länge von 90.000km ergeben! Daher kommt eine Durchblutungsverbesserung letztlich jeder Zelle zugute. Durch die entgiftende Wirkung auf Leber und Nieren ergibt sich zusätzlich ein günstiger Einfluss auf die Blutinhaltsstoffe.

In zahlreichen Studien konnte zudem gezeigt werden, dass die Ozon-Sauerstoff-Therapie durch Aktivierung immunkompetenter Zellen (Freisetzung von sogenannten Cytokinen) einen immun- stimulierenden Effekt hat.

Die hier beschriebenen vielschichtigen Wirkungen auf das Gesamtsystem ergeben ein breites Indikationsfeld für die Ozon-Sauerstoff-Therapie:

Bei allen Formen der Durchblutungsstörungen

  • peripher (Extremitäten, z.B. Schaufensterkrankheit, Raucherbein, diabetischer Fuß usw.)
  • zentral (Gehirn, z.B. bei nachlassender Konzentrations- und Merkfähigkeit, nach einem Schlaganfall, Tinnitus usw.)
  • coronar (Herzkranzgefäße, nach einem Herzinfarkt oder bei Angina pectoris)

Weitere Anwendungsbereiche

  • bei der Krebstherapie, durch Optimierung des Sauerstoff-Stoffwechsels
  • bei Lebererkrankungen (chron. Hepatitis, Leberzirrhose) und als Leberschutz
  • bei rheumatischen Erkrankungen
  • bei Allergien und Immunschwäche
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bluthochdruck, Herzinsuffizienz usw.

Nur bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion oder bei „Blutern“ ist die Therapie mit Ozon kontraindiziert.

Bei der „kleinen Eigenblutbehandlung“ wird dem Patienten Blut aus der Vene entnommen, in der Spritze mit dem Ozon-Sauerstoff vermischt und direkt wieder in den Gesäßmuskel injiziert. Diese Therapie wird vor allem bei Allergien und Neurodermitis angewendet.

Bei der „großen Eigenblutbehandlung“ wird dem Patienten über ein Vakuumsystem Blut entnommen und in einer sterilen Flasche mit dem Ozon vermischt. Das „aktivierte“ Blut wird über den gleichen Zugang als Tropfinfusion zurückgeleitet, so dass die Vene nur einmal punktiert werden muss.

In der Regel werden außerdem auf das Krankheitsbild abgestimmte Vitamine, Spurenelemente und Mineralien der Infusion beigemischt.

Für einen guten Therapieerfolg sind 10-15 Ozonbehandlungen notwendig. Je nach Krankheitsbild kann im Anschluss eine Erhaltungstherapie in angepassten Intervallen sinnvoll sein.