Herkunft der Chelat-Therapie


Die Geschichte der Chelat-Therapie geht auf die Forschungs- arbeiten des Schweizer Chemikers und Nobelpreisträgers Alfred Werner (1866-1919) zurück. Sein Konzept von den Bindungs- verhältnissen der Metalle im Molekül eröffnete das neue Feld der Komplexchemie. In den 1930er Jahren wurde auf Basis dieser Erkenntnisse in Deutschland ein weißes, kristallines, in Wasser lösliches Pulver entwickelt, das sich durch seine Calcium bindenden Eigenschaften hervorragend als Farbenstabilisator eignete. Einige Jahrzehnte später entdeckte man die Nützlichkeit

dieses Pulvers auch für die Medizin. Denn offenbar ließen sich mit EDTA auch Gefäße „entkalken“.



Die Wirkung von EDTA


EDTA ist ein für den Menschen ungiftiger Wirkstoff, der die Fähigkeit besitzt, mit Metallionen stabile Komplexe zu bilden, die

dann via Nieren natürlich ausgeschieden werden können. Chelat-Therapie wird daher nicht nur bei akuten Schwermetall- vergiftungen mit Quecksilber, Blei, Cadmium etc. eingesetzt, sondern vor allem auch zur Therapie und Prävention der Arterio- sklerose. Denn auch Calcium, das in die arteriosklerotischen Plaques eingebaut wird, ist ein Metallion. Hier wurde die Wirkung von EDTA oft mit der Entkalkung von Rohren verglichen. Dies ist im Kern zwar zutreffend, aber sicher stark vereinfacht, denn die Wirkmechanismen des EDTA sind komplexer und vielschichtiger.